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Ganzjahresreifen – Was sind die Vor- und Nachteile?

Ganzjahresreifen wirken praktisch. Man kann neben Geld für einen zweiten Reifensatz auch Zeit für das Umziehen sparen. Außerdem entfällt das Einlagern der nicht am Fahrzeug verbauten Räder. Dieses sind nur einige Gründe, die dazu führen, dass immer mehr Autofahrer Ganzjahresreifen verwenden. Wir zeigen dir im Folgenden, was für und was gegen Ganzjahresreifen spricht.

 

Ganzjahresreifen oder Sommer- und Winterreifen?

Ganzjahresreifen werden immer beliebter. Namhafte Hersteller bedienen schon seit einigen Jahren die immer größer werdende Nachfrage nach Allwetterreifen. Die Qualität der Reifen wird zunehmend besser. Dieses zeigen zahlreiche Tests von Ganzjahresreifen. Man sollte sich jedoch stets bewusst sein, dass ein Ganzjahresreifen immer einen Kompromiss darstellt. Er ist natürlich kein reiner Winterreifen und auch kein reiner Sommerreifen. Dementsprechend muss er sämtliche Witterungsbedingungen meistern.

 

Ganzjahresreifen – das spricht für die Allwetterpneus

Der Einsatz von Ganzjahresreifen spart vor allen Dingen Kosten. Einerseits kann man auf den Kauf eines zweiten Reifensatzes, inklusive Felgen verzichten. Selbst wenn es sich dabei um Stahlfelgen handelt, sind die Kosten nicht unerheblich. Da du Ganzjahresreifen das ganze Jahr über fahren kannst, fällt darum auch der halbjährliche Wechsel der Reifen weg. Zum anderen entfällt auch die Einlagerung eines zweiten Reifensatzes zum Saisonende.

 

Kostenersparnis, da kein zweiter Satz Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) erforderlich ist

Hinzu kommt, dass viele Fahrzeuge ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) besitzen. Dieses ist seit dem 01. November 2014 für alle Neuwagen in der EU verpflichtend. Dabei handelt es sich – je nach Fahrzeugmodell und -hersteller – um Sensoren, welche in den Reifen verbaut sind. Besitzt man Sommer- und Winterreifen, benötigt man logischerweise zwei Sätze RDKS-Sensoren. Außerdem ist ein Reifenwechsel mit RDKS teurer und aufwändiger. Diese Kosten spart man sich ebenfalls.

 

Zeitersparnis – kein Reifenwechsel bei Ganzjahresreifen nötig

Neben den finanziellen Vorteilen spart man sich bei Ganzjahresreifen auch die Zeit für den Reifenwechsel.

Wenn man Ganzjahresreifen verwendet, entfällt der Reifenwechsel zum Saisonende. Man spart das Geld für das Wechseln der Reifen, falls man dieses in einer Fachwerkstatt durchführen lässt. Sofern man keine eigene Garage besitzt oder wenig Platz hat, spart man mit Ganzjahresreifen auch die Kosten für die Einlagerung der nicht am Fahrzeug verbauten Reifen.

Dabei sollte aber stets bedacht werden, dass man einen höheren Verschleiß bei Ganzjahresreifen hat, da die Reifen das ganze Jahr über am Fahrzeug verbaut sind. Je nach Fahrzeug, Fahrverhalten, Reifen und zurückgelegter Strecke, müssen die Pneus gewechselt werden.  Ganzjahresreifen solltest du aufgrund der Materialerschlaffung alle 6 Jahre wechseln. Dadurch stellen sie eine kostengünstige Alternative zu Sommer- und Winterreifen dar.

 

Ganzjahresreifen – Ideal für Wenigfahrer

Ganzjahresreifen sind aufgrund ihrer Eigenschaften ideal für Fahrer geeignet, die im Jahr eine geringe Kilometerleistung aufweisen. Das bedeutet ungefähr bis zu 14.000 km pro Jahr. Wenn das Fahrzeug im Jahr wenig bewegt wird, kann es sein, dass Sommer- und Winterreifen aufgrund der Materialerschlaffung porös werden und du sie schneller austauschen musst. Das heißt, dass zwar noch genügend Restprofiltiefe vorhanden ist, aber die Reifen nicht mehr gefahren werden sollten. Wohingegen Ganzjahresreifen wegen ihrer speziellen Gummimischungen meistens bis zur Profilgrenze gefahren werden können.  Ein Ganzjahresreifen stellt in diesem Fall eine kostengünstige Alternative dar. Im Gegensatz dazu hätte man normale Sommer- und Winterreifen wahrscheinlich schon wechseln müssen.

Ganzjahresreifen – das sind die Nachteile

Den zahlreichen Vorteilen der Ganzjahresreifen stehen einige Kompromisse gegenüber, welche man bei Allwetterreifen in Kauf nehmen muss. Wie bereits erwähnt, wird die Qualität der Ganzjahresreifen zunehmend besser. Dennoch empfehlen wir Fahrern, die im Jahr viele Kilometer fahren oder in Gebieten leben, die einen harten Winter haben, Sommer- und Winterreifen zu verwenden.

 

Weniger Grip im Vergleich zu Winterreifen

Ein Nachteil der Ganzjahresreifen ist, dass diese im Vergleich zu Winterreifen weniger Lamellen besitzen. Diese Lamellen sind für die Traktion des Reifens entscheidend. Aus diesem Grund besitzen Ganzjahresreifen auf schnee- und eisbedeckter Fahrbahn nicht so viel Grip, wie Winterreifen.

 

Schnellerer Verschleiß im Sommer

Winterreifen besitzen im Gegensatz zu Sommerreifen eine weichere Gummimischung, die speziell auf tiefe Temperaturen ausgelegt ist. Die weichere Gummimischung führt dazu, dass das Profil bei hohen Temperaturen schneller verschleißt. Ganzjahresreifen müssen sowohl sommerliche als auch winterliche Temperaturen meistern. Daher ist das Gummi weicher als bei reinen Sommerreifen. Bei hohen Temperaturen verschleißt ein Ganzjahresreifen dementsprechend schneller als ein Sommerreifen. Dadurch findet der Wechsel der Reifen zwangsläufig auch schneller statt. Dieses ist besonders bei Vielfahrern der Fall, die im Jahr mehr als 14.000 km zurücklegen.

 

Zum Teil große Qualitätsunterschiede von Allwetterreifen

Bei Ganzjahresreifen gibt es zudem teilweise sehr hohe Qualitätsunterschiede. Qualitativ hochwertige Ganzjahresreifen, welche bei den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen konstant gute Leistungen bringen, sind relativ kostenintensiv. Wer einen solchen Allwetterreifen sucht, sollte sich auf Kosten von ungefähr 90€ pro Reifen einstellen.

 

Fazit: Vorteile und Nachteile Ganzjahresreifen

Fakt ist: Ganzjahresreifen besitzen zahlreiche Vorteile, denen jedoch einige Nachteile gegenüberstehen. Festzuhalten ist, dass besonders Fahrer, welche im Jahr wenige Kilometer zurücklegen, von den Vorteilen der Ganzjahresreifen profitieren. Diese sollten jedoch darauf achten, dass die Ganzjahresreifen nicht in Gebieten verwendet werden sollten, in denen mit harten und langen Wintereinbrüchen zu rechnen ist. Fahrer von Ganzjahresreifen sparen sich die Kosten für einen zweiten Reifensatz und für die Radeinlagerung sowie Zeit für das Wechseln der Reifen.

Vielfahrer, welche mehr als 14.000 km jährlich zurücklegen, oder häufig  in schneereichen Gebieten fahren, sollten hingegen Sommer- und Winterreifen verwenden.